Drama im Herrengarten 17.01.2013

LN-Online 17.01.2013

Alles über das Drama im Herrengarten in Stockelsdorf


Sie kamen mit dem Rettungsboot zu spät: Den eingebrochenen Hund konnten die Feuerwehrleute nur noch tot bergen.
Foto: Fotos: hfr/Lucas Braun


Neben der kleinen Holzbrücke hat sich das Unglück abgespielt.

Reifenspuren im Schnee, ein im See schwimmendes Hundespielzeug und das gebrochene Eis am Unglücksort deuten noch auf das Drama hin, das sich gestern im winterlich-idyllisch anmutenden Herrengarten in Stockelsdorf abgespielt hat. Bei der Jagd nach Enten auf dem Herrengartenteich ist ein Terrier ins Eis eingebrochen und ertrunken. Seine Besitzerin konnte gerade noch gerettet werden. Sie war ebenfalls eingebrochen, als sie versuchte, ihren Hund zu retten.

Gegen Mittag war eine 63-jährige Stockelsdorferin in dem beliebten Park mit ihrem Hund spazieren gegangen. Als der Terrier auf dem Teich eine Ente sah, jagte er dieser nach. Doch das noch sehr dünne Eis gab nach, und der Hund brach ein. Die Stockelsdorferin folgte dem Tier auf das Eis und brach dabei ebenfalls ein. Die Frau hatte riesiges Glück: Ein Passant, zufällig ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Mori, eilte umgehend zu Hilfe. Mit hohem Risiko und großem Einsatz konnte er die Frau schließlich aus dem Wasser ziehen. Mit einer Unterkühlung wurde sie in die Sana-Klinik nach Lübeck gebracht, genaue Angaben zu ihrem Gesundheitszustand konnten gestern noch nicht gemacht werden.

Während die Ärzte die Frau versorgten, lief im Herrengarten die Suche nach dem Hund auf Hochtouren. Zehn Mann der Freiwilligen Feuerwehr Mori waren an der Bergung beteiligt. Das Rettungsboot der Wehr musste mit Seilen am Ufer gesichert werden, zwei Mann saßen darin. Mit langen Stangen brachen sie die etwa einen Zentimeter dünne Eisdecke auf und suchten nach dem verunglückten Tier. Der Terrier war unter das Eis gerutscht, konnte sich aus eigener Kraft nicht befreien und war ertrunken. Gegen 15 Uhr bargen die Feuerwehrmänner das tote Tier.

In Stockelsdorf ist der Schock nach dem tödlichen Unfall groß. „So lange ich denken kann, ist so etwas hier noch nicht passiert“, sagt Ordnungsamtsleiter Michael Henk, der mittags durch Zufall von dem Unglück erfuhr und bei der Bergung vor Ort war. Er selbst habe die Rettungskräfte alarmiert, die Freiwillige Feuerwehr Mori besitze ja ein Boot. „Das haben wir lange nicht benutzen müssen“, bestätigt auch Ortswehrführer Ralf Paasch, dies sei bestimmt der erste Einsatz seit 15 Jahren gewesen. Leider nur mit teilweise glücklichem Ausgang.

Auch die Spaziergänger, die am frühen Abend ihre Runden durch den Herrengarten drehten, zeigten sich von dem Vorfall schockiert. „Das ist wirklich schlimm“, sagte etwa Vera Simons. Auch sie geht mit ihrem Golden Retriever „Anton“ regelmäßig durch den Park. „Ich wüsste nicht, was ich gemacht hätte, wenn er dort eingebrochen wäre“, sagte die Hundebesitzerin.

Polizei und Ordnungsamt warnen unterdes noch einmal ausdrücklich davor, die dünnen Eisflächen zu betreten. Die 63-Jährige habe Glück gehabt, dass ihr so schnell geholfen wurde.
Seit ich denken kann, ist noch nie jemand in Stockelsdorf ins Eis eingebrochen. "Michael Henk, Leiter Ordnungsamt"

Lucas Braun und Ilka Mertz

18.01.2013 Quelle

 

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