Bilanz Bombenalarm 24.01.2013

LN-Online 24.01.2013

Einsatzkräfte ziehen positive Bilanz nach Evakuierung


Aus Hunderten Wohnungen und Häusern holen die Einsatzkräfte die Anwohner. Etwa 500 Menschen werden in Turnhallen in Sicherheit gebracht.
Foto: Wolfgang Maxwitat

220 Helfer haben mehr als 500 Menschen in Sicherheit gebracht — ohne Probleme.

Die Stockelsdorfer sind wahrlich hart im Nehmen. Nur wenige Minuten nachdem am Dienstagabend feststand, dass der Koffer, der an der Kindertagesstätte „Zum guten Hirten“ gefunden worden war, keine Bombe ist, und der Großeinsatz beendet war (die LN berichteten), schlenderten die betroffenen Anwohner gut gelaunt zurück zu ihren Wohnungen. „Ein bisschen Spaß muss sein“, sang ein Grüppchen und versicherte: „Wir hätten es uns schon gemütlich gemacht in der Turnhalle.“ Ein Junge erklärte gar, er wäre gerne über Nacht geblieben. Die Aufregung ob der groß angelegten Evakuierungsaktion, von der etwa 500 Menschen betroffen waren, schien keine Spuren hinterlassen zu haben.

Das ist sicher nicht zuletzt ein Verdienst der engagierten Helfer: 220 Mitglieder der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Hilfsorganisationen hatten den Großeinsatz bewältigt. Allesamt Ehrenamtler, wie Hartmut Junge, Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes, sagte. „Wir haben den normalen Rettungsdienst herausgehalten.“ Ebenso wie zwei Ortswehren, wie der stellvertretende Kreiswehrführer und Gesamt-Feuerwehreinsatzleiter Thorsten Plath berichtete. Für eventuelle andere Einsätze werde so stets eine Reserve vorgehalten.

Junge erklärte auch, warum noch während der Evakuierung und beim Eintreffen des Kampfmittelräumdienstes Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn durch Stockelsdorf rasten. „Das waren die nachrückenden Kräfte, die dorthin gefahren sind.“ Außer den Stockelsdorfer Wehren waren die vier Schnelleinsatzgruppen Ostholsteins im Einsatz. Die Helfer Arbeiter-Samariterbund, Johannitern und Rotem Kreuz rückten sogar von Fehmarn, aus Göhl und Heiligenhafen nach Stockelsdorf aus.

Laut Plath war die Lage in der Einsatzleitung sehr angespannt. Er, der Stockelsdorfer Gemeindewehrführer Günter Volgmann, die Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann, der Ordnungsamtsleiter Michael Henk, der Leitende Notarzt und der Polizei-Einsatzleiter Andreas Block von der Polizeizentralstation Bad Schwartau koordinierten vom Gerätehaus Mori aus das Vorgehen. „Das Team konnte alle Informationen zusammenbringen und die Einsatzkräfte effektiv koordinieren“, lautete Plaths Bilanz. Die große Herausforderung habe darin bestanden, alle Bewohner anzutreffen und zu überreden, ihre Wohnungen zu verlassen. Der schwierigste Teil der Aktion ist es laut Plath, den richtigen Zeitpunkt und die richtigen Transportmöglichkeiten für den Moment zu finden, an dem die Feuerwehrleute die Menschen dem Rettungs- und Betreuungsdienst übergeben. Erschwert wurde das alles durch zwei Umstände: Im Evakuierungsgebiet stehen viele große Wohnblocks und Einrichtungen für betreutes Wohnen, und das Wetter war ungünstig. Wann eine Evakuierung notwendig ist, dass entscheiden die Einsatzkräfte vor Ort nach Rücksprache mit den Sprengstoffexperten. So auch diesmal: Anhand von Bildern und Beschreibungen beurteilten die Experten die Lage. „Und dann läuft die Maschinerie an“, erklärte Bürgermeisterin Rahlf-Behrmann und lobte: „Die Zusammenarbeit hat reibungslos funktioniert.“ Ihre Bilanz: „Im Ernstfall können wir unseren Einsatzkräften vertrauen.“

Ein großes Lob für das gut organisierte System aller Einsatzkräfte.
"Brigitte Rahlf-Behrmann, Bürgermeisterin"

Ilka Mertz und Susanne Peyronnet

24.01.2013 Quelle

 

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